"Seid nicht gleichgültig"

Sven Görtz liest aus "Das Vermüchtnis - Reden von Übrrlerbenden von Auschwitz"

Donnestag, 30. Oktober, 19:30 Uhr, Kino Traumstern


„Höchstwahrscheinlich werde ich den nächsten Jahrestag nicht mehr erleben. Daher verzeiht mir, wenn ich vielleicht etwas bewegt bin, wenn ich spreche“, betonte der Holocaust-Überlebende Marian Turski (1926–2025) zu Beginn seiner Ansprache zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. In seiner Rede wandte er sich an seine Tochter, seine Enkelkinder und deren Altersgenossen, „wo immer sie leben mögen“. Seine Botschaft war ein Appell, den er – in Anlehnung an die Worte seines Freundes Roman Kent – als elftes Gebot formulierte: „Seid nicht gleichgültig.“ Dieser Aufruf erscheint heute wichtiger denn je.

In der Veranstaltung werden Turskis und weitere Reden von Auschwitz-Überlebenden im Rahmen einer multimedialen Lesung vorgestellt. Nach einem Grußwort von Landrätin Anita Schneider und einer Einführung liest der Hörbuchsprecher und Sänger Sven Görtz aus dem Band „Das Vermächtnis. Reden von Überlebenden in Auschwitz“, der 2025 anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz von Prof. Dr. Sascha Feuchert und Aleksandra Bak-Zawalski (beide AHL | JLU) herausgegeben wurde. Studierende der Justus-Liebig-Universität Gießen stellen ergänzend biografische Skizzen der Überlebenden vor. Einspielungen von Teilen der Originalreden und historische Bilddokumente ergänzen die etwa einstündige Lesung.

Eintritt frei.
Veranstalter: Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Uni Gießen, Volkshochschule des Landkreis Gießen, Kino Traumstern/künstLich e.V. Literarisches Zentrum Gießen, Förderverein Stadtbibliothek Lich e.V. und zahlreiche weitere Kooperationspartner